Friday, 15.09.2017

Geier in Gefahr: Petition gegen Diclofenac

Ein sofortiges Verbot für den Wirkstoff Diclofenac bei Nutztieren in Europa! 

Dafür setzt sich die Vulture Conservation Foundation VCF gemeinsam mit den BirdLife-Partnern in Spanien und in Portugal sowie mit WWF Spanien und BirdLife Europa mit der laufenden Kampagne ‚Ban Vet Diclofenac’  ein.

Der Wirkstoff Diclofenac ist für Geier schon in geringsten Konzentrationen tödlich und führte bereits in den 1990er Jahren zu einem massiven Bestandeseinbruch bei Geiern auf dem Indischen Subkontinent. Die Zulassung von Diclofenac in verschiedenen Ländern Europas gefährdet nun die europäischen Geierbestände.

 

Helfen Sie die Geier vor dieser Gefahr zu schützen!

 

Unterschreiben Sie die Petition "Ban Vet Diclofenac" >>

 

Entzündungshemmer mit tödlichen Folgen

Diclofenac ist ein starker schmerz- und entzündungshemmender Wirkstoff, der auch zur Behandlung von Nutztieren eingesetzt werden kann. Leider kann dieser Einsatz für Geier tödliche Folgen haben: Frisst ein Geier von einem Nutztier, welches kurz vor dem Tod mit einem Diclofenac-haltigen Medikament behandelt wurde, stirbt der Vogel bereits bei Einnahme von wenigen Mikrogramm dieses Wirkstoffs an akutem Nierenversagen.

Indiens Geier wegen Diclofenac bedroht

Auf dem Indischen Subkontinent wurde Diclofenac ab 1994 zunehmend zur Behandlung von Rindern eingesetzt. Damals war der negative Effekt von Diclofenac auf Geier noch nicht bekannt. Als Folge des Einsatzes von Diclofenac starben in Indien und den umliegenden Ländern 90% der Geier. Der Bestand des Bengalgeiers – bis anhin die häufigste Geierart der Welt – brach in nur 15 Jahren gar über 99.9% ein. Es ist dies der schnellste jemals bei einer Vogelart beobachtete Bestandesrückgang.

Als Diclofenac als Ursache für das massive Geiersterben nachgewiesen werden konnte, wurde Diclofenac als Arznei für Nutztiere in Indien, Nepal und Pakistan (2006) und in Bangladesch (2010) verboten. Dank des Verbots konnten die Bestandesrückgänge gebremst werden. Seit dem Verbot erholen sich die Geierbestände. Wegen der geringen Fortpflanzungsrate und der späten Geschlechtsreife erfolgt die Erholung jedoch nur langsam und das frühere Bestandesniveau wird laut Experten kaum je wieder erreicht.

Diclofenac in Nutztierhaltung: Zunehmende Gefahr in Europa

Der Einsatz von Diclofenac für die Nutztierhaltung ist glücklicherweise in der Schweiz nicht legal. Doch in fünf EU-Staaten ist diese Anwendung leider bereits möglich.  Besonders besorgniserregend ist die Situation für Spanien, wo alle vier Geierarten Europas und rund 90 Prozent aller europäischen Geier vorkommen und Diclofenac trotz den bekannten Risiken im Jahr 2013 zugelassen wurde. Auch in Portugal und Italien – mit ebenfalls bedeutenden Geierpopulationen - darf Diclofenac verkauft werden. Somit ist fast der gesamte europäische Geierbestand einem erheblichen Risiko ausgesetzt.

Verbot von Diclofenac für Nutztiere in der gesamten EU gefordert

Nicht nur setzt sich die EU Staaten mit der Zulassung von Diclofenac über geltende EU Bestimmungen und Ziele zum Artenschutz und zum Erhalt bedrohter Vogelarten hinweg. Sie missachten auch die Gesetzgebung zu Tierarzneien, die zwingend vorsieht, ökologische Schäden durch Medikamente zu vermeiden. Dies ist umso unverständlicher, als dass mit Meloxicam eine Alternative zu Diclofenac existiert, die nur unbedeutend teurer, jedoch unschädlich für Geier ist und u.a. in Indien mit Erfolg angewendet wird. International ist die Zulassung in EU Staaten zudem ein gefährliches Signal. Schnell könnten auch afrikanische Staaten diesem Beispiel folgen, was die dort bereits stark abnehmenden Geierbestände zusätzlich bedrohen würde.

Ein sofortiges Verbot von Diclofenac für Nutztiere in der gesamten EU ist deshalb dringend angezeigt. Helfen Sie deshalb mit die Geierbestände Europas zu schützenund  unterschreiben Sie die Petition hier >>.

Die ökologische Rolle von Geiern

Geier leben von Aas und entfernen Tierkadaver innert kurzer Zeit. So verhindern sie, dass sich Krankheiten von Kadavern auf andere Tiere und Menschen übertragen können.  Verschwinden Geier, können sich kleinere Aasfresser wie Ratten und auch streunende Hunde stark vermehren und viele Probleme verursachen. Zudem sind diese Arten weit weniger effizient in der Beseitigung von toten Tieren und können – im Gegensatz zu Geiern - Infektionserreger gut verschleppen.